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Generationswechsel im Jubiläumsjahr

Geschäftsführerin Marlen Schlosser mit ihrem Vater Josef vor dem Firmeneingang

Jagstzell, im Januar 2022.

In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich der Familienbetrieb Schlosser Holzbau von einer kleinen Zimmerei zu einem modernen, in der Branche führenden Holzingenieurbau-Unternehmen entwickelt. Mit dem 40. Gründungsjubiläum am 12. Januar 2022, fand die Staffelübergabe an die nächste Generation statt. Gelegenheit und Anlass zweier Visionäre für einen Blick zurück und einen Blick nach vorne. Mit dem digitalen Wandel die Zukunft aktiv mitgestalten – darin sieht Schlosser Holzbau große Chancen für das Unternehmen und die Handwerkswirtschaft.

Wenn Marlen und Josef Schlosser über ihr Unternehmen und das Holzhandwerk sprechen, sieht man ihnen die Begeisterung für ihren Beruf förmlich an. Ihre Themen sind Innovation im Handwerk, digitale Transformation und Vernetzung, Prozessoptimierung und der Bauteamgedanke. Die Zeiten, in denen im Unternehmen Schritt für Schritt und Abteilung für Abteilung konzipiert, geplant und dann gebaut wird, sind längst vorbei. „Das Bauen muss neu gedacht werden, um als mittelständisches Handwerksunternehmen ganz vorne mitzuspielen. Man muss immer den entscheidenden Schritt voraus sein. Man braucht Visionen und muss offen sein für Veränderungen“, weiß Josef Schlosser mit Blick auf den Wandel, den das Unternehmen in den letzten Jahren vollzogen hat.

Einen für die Schlosser-Familie wichtigen Veränderungsprozess hat er mit der Übergabe der operativen Geschäftsführung an seine Tochter kürzlich vollzogen. Marlen Schlosser, die vor 11 Jahren als Wirtschaftsingenieurin im Unternehmen einstieg und seit 2015 Mitgeschäftsführerin ist, freut sich über das Vertrauen und auf die neuen Aufgaben. Ihre Vision ist es, das heute 80-köpfige Unternehmen zu einem ganzheitlich digitalen, cross-funktional agierenden Holzingenieurbau-Unternehmen zu formen, das mit intelligenten Lösungen die Zukunft des Bauens entscheidend mitgestaltet.

Made in Jagstzell

Am 12. Januar 1982 gründete Josef Schlosser die Schlosser Holzbau GmbH in Jagstzell im Ostalbkreis. Fast zufällig bekam die Firma den ersten Großauftrag, eine Reithalle in Stuttgart zu bauen. Einige Jahre später galt Josef Schlosser als Experte und Perfektionist, der dank guter Ideen und intelligenter Lösungen Innovationen in den Bau von Reithallen einbringt. Mittlerweile bietet Schlosser Holzbau eine Vielfalt an Gebäuden aus Holz. Auf Wunsch schlüsselfertig, aus einer Hand und vorgefertigt in den eigenen Produktionshallen: Eindrucksvolle Objekt- und Industriebauten sowie moderne Büro- und Mehrfamiliengebäude. Dank modernster Planungs-, Produktions- und Verarbeitungsmethoden und innovativer Arbeitsweisen hat sich Schlosser heute in ganz Europa einen Namen gemacht.

Wachstumsmarkt Holzbau

Heute boomt die Nachfrage nach innovativen und nachhaltigen Holzgebäuden mehr denn je. Das erhöhte Bewusstsein für Nachhaltigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit nachwachsenden Rohstoffen sowie der Wohnungsmangel in Deutschland geben der Branche Rückenwind. Dennoch ist die positive Entwicklung eines Mittelständlers in der Holzbau-Branche kein Selbstläufer. Herausforderungen wie der sich verschärfende Fachkräftemangel, Lieferengpässe, Preisschwankungen und ein insgesamt zunehmender Wettbewerbsdruck sind entscheidende Themen, die nach Meinung von Marlen und Josef Schlosser frühzeitig, kontinuierlich und proaktiv angegangen werden müssen.

Industrielles Handwerksunternehmen

Den aktuellen Herausforderungen begegnet Schlosser auf allen Bereichen „mit Know-how, Ideen und Zielstrebigkeit“, so Marlen Schlosser. Unter dem Schlagwort „Handwerk 4.0“ treiben sie die Digitalisierung und Vernetzung aller Unternehmensprozesse konsequent voran. Das Führungsteam sieht die Entwicklung als neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette bei der Herstellung eines Bauprojekts. Und zwar im Zusammenspiel der Bereiche Mensch, Organisation und Technik. „Das BIM-Modell, das vernetzte und transparente Arbeiten mit allen am Projekt Beteiligten, ist dabei ein entscheidender Faktor für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.“, so Marlen Schlosser. BIM (Building Information Modeling) unterstützt den Bauteam-Gedanken mit dem Ziel, kooperativ und kostengünstig zu handeln. Das sei gerade in herausfordernden Zeiten ein Wettbewerbsvorteil (Stichwort Lieferengpässe und Preisschwankungen).

Novum im Handwerk

Dieser digitale Wandel bedingt moderner Arbeitsmethoden und -modelle, die dem Mitarbeiter Eigenverantwortung, Flexibilität und ganzheitliches Teamwork ermöglichen. Solche Mitarbeiter, die ihre Zukunft aktiv mitgestalten wollen, fördert und sucht das Unternehmen. Um effektiver und schneller auf Kundenwünsche reagieren zu können, hat Marlen Schlosser die im Handwerk noch unbekannte Arbeitsmethode der agilen, cross-funktionalen Teamstruktur eingeführt. Statt starrer Abteilungen arbeitet jeweils ein Team, bestehend aus allen Kompetenzen, gemeinsam an einem Projekt. „Wir sprechen von Schlossers Schwarmintelligenz. Und davon profitiert nicht nur der Kunde, es profitieren auch die Mitarbeiter, die voneinander lernen und zu verlässlichen Teamplayern zusammenwachsen“, so Marlen Schlosser. Das Durchschnittsalter ist mit 36 Jahren jung. Rund ein Drittel sind seit ihrer Ausbildung beim Familienunternehmen tätig. Die Ausbildungsquote liegt aktuell bei 12 Prozent.

 

Wechsel der Generation

Als starke Teamleistung sieht Marlen Schlosser die Beziehung zu ihrem Vater, der als Inhaber dem Unternehmen weiter zur Seite stehen und langjährigen Kunden und Mitarbeitern gegenüber eng verbunden bleiben wird. „Marlen hat in den letzten Jahren großen Mut und Innovationsgeist bewiesen und gemeinsam haben wir ein starkes Führungsteam gebildet. Ich bin nicht nur stolz, dass das Unternehmen in Familienhand bleibt, ich schenke ihr und dem ganzen Team mein vollstes Vertrauen“, so Josef Schlosser. Mut machen möchte die Jungunternehmerin Frauen, sich für eine Laufbahn in der zukunftsfähigen Holzbaubranche zu entscheiden. „Wir brauchen Frauen nicht nur im Office, sondern auch im Handwerk und in Führungspositionen“, ist sie überzeugt.

Ausblick und Vision

„Ich sehe es nicht nur als unsere Aufgabe, sondern als ein echtes Bedürfnis, die Ziele und Träume unserer Kunden zu verwirklichen und sie zu begeistern“, beschreibt Marlen Schlosser ihren Antrieb. Ihrer Vision, Schlosser Holzbau zu einem der modernsten Holzingenieurbau-Unternehmen zu entwickeln, sieht sie positiv entgegen. „Die Weichen dafür haben wir in den letzten 11 Jahren gemeinsam gestellt“, so Josef Schlosser. „Marlen und das gesamte Schlosser-Team wird die Entwicklung neuer Standards für die Zukunft des Bauens maßgeblich vorantreiben“, davon ist er überzeugt.

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