Marlen Schlosser im Gespräch mit

Finanzminister Christian Lindner

Schlosser Holzbau aus Jagstzell gehört zu den Innovations- und Digitalisierungsführern des deutschen Mittelstands. Anlässlich des Deutschen Baugewerbetags in Berlin war Geschäftsführerin Marlen Schlosser zusammen mit Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen, und Gerrit Terfehr, Geschäftsführender Gesellschafter der Günter Terfehr Bauunternehmung, auf dem Podium. Sie diskutierten, inwiefern die Digitalisierung der Schlüssel für Prozessoptimierung und für effizientes und nachhaltiges Bauen ist.

Thema am Baugewerbetag: Zukunftsorientiertes Gestalten

„Schlosser Holzbau hat sich mit der digitalen Transformation nicht erst auseinandergesetzt, als wir es mussten, sondern als wir erkannt haben, dass wir nur durch die Digitalisierung produktiver und besser werden können“, setzte Marlen Schlosser, Geschäftsführerin der Schlosser Holzbau GmbH, direkt zu Beginn ein Zeichen. Unter „besser“ verstehen sie und ihr 85-köpfiges Team sowohl kostenoptimierte, individualisierte Systemlösungen als auch zukunftsorientiertes, nachhaltiges Bauen vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen.

Verlässliche Politik ist der Grundstein

Die Herausforderungen, mit denen sich die Baubranche aktuell konfrontiert sieht, nehmen laut Marlen Schlosser enorm zu. Gerade hinsichtlich einer fehlenden Verlässlichkeit seitens der Politik, leide die Branche an Unsicherheit. Ein Beispiel ist der kurzfristige Wegfall der KFW-Förderung durch das Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck.

Die Politik müsse jetzt unterstützen und dafür sorgen, dass sich insbesondere junge Familien Wohneigentum leisten können. Der Bedarf sei riesig, Bauanträge seien genehmigt, aber die finanzielle Belastung für die Menschen ist zu hoch, weiß Schlosser. Auch zur Altersversorgung sei eine Erhöhung der Wohneigentumsquote vonnöten.

Aber nicht nur private Investoren, auch Projektentwickler und Unternehmen bräuchten Anreize, sich Innovationen leisten zu können und in nachhaltige, umweltschonende Gebäude und intelligente Wohnraumkonzepte zu investieren. Das käme auch dem Arbeitsmarkt zugute, wenn beispielsweise in Kindergärten und Schulen investiert würde und dadurch beide Elternteile dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen könnten.

Außerdem forderte Marlen Schlosser, den Netzausbau mit höheren Geschwindigkeiten schneller und stärker voranzutreiben und seitens der Politik der Nachwuchsförderung im Handwerk mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Das Handwerk ist verlässlich, innovativ und modern und ein echter Gamechanger – wir brauchen mehr Frauen und Männer, die mit uns die Zukunft gestalten wollen!“, so Marlen Schlosser.

Der Bauteam-Gedanke: Gemeinsam schneller mehr schaffen

Viele Betriebe stecken in Sachen Digitalisierung noch in den Kinderschuhen. Dabei sei sie die Voraussetzung, gemeinsam etwas zu bewegen. „Wir können an Geschwindigkeit und Wirksamkeit nur dann zulegen – und das müssen wir angesichts der katastrophalen Lage auf dem Wohnungsmarkt – wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, Prozesse beschleunigen und das Bauen optimieren“, so Marlen Schlosser. Ihr Betrieb arbeitet nach dem Bauteam-Gedanken, bei dem alle Gewerke von Anfang an gemeinsam am Tisch sitzen und jeder sein Spezialwissen einbringt, um das Projekt im Verlauf ständig zu optimieren. Auch hier kann die Politik beitragen und Kommunen dabei unterstützen, die anstehenden Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.

Josef Schlosser erhielt am Tag zuvor den Ehrenring des Deutschen Baugewerbes.