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Der schwebende Dachstuhl: Wenn Zimmerer fliegen

Zimmerer beeindrucken auf besonderen Veranstaltungen oft durch ihre Kunstfertigkeit und ihr Traditionsbewusstsein, insbesondere wenn sie einen sogenannten schwebenden Dachstuhl zusammensetzen. Dabei handelt es sich um ein Dachtragwerk, das durch geschicktes Zusammenfügen bearbeiteter Holzbalken, ganz ohne Schrauben, fest zusammenhält und von einer Gruppe Zimmerer bestiegen wird, um den Zimmererklatsch zu feiern.

So funktioniert’s:

Der Zusammenbau des schwebenden Dachstuhls ist ein beeindruckendes Schauspiel. Die abgebundenen Hölzer liegen parat und los geht´s:

  1. Der Fuß/Ständer wird zunächst vorab aufgerichtet. Ein Zimmermann gibt nun die Kommandos und wird nach dem Aufbau den Dachstuhl drehen.
  2. Zunächst heben die Zimmerer die obere Firstpfette mit den äußeren Sparrenpaaren an, während ein Kollege am Pfosten die Ausrichtung zur Mitte überwacht.
  3. Nach diesem Schritt wird die untere Firstpfette eingebaut, wobei die Männer geschickt unter dem gehaltenen Dachstuhl hindurchlaufen und der Kollege am Pfosten, beim Einfädeln des Dornes (Drehpunkt aus Metall) assistiert.
  4. Paarweise erfolgt dann das Anheben, Einfahren und gleichzeitige Ablassen der Sparren, vom Mittelpunkt des Dachstuhls aus.
  5. Abschließend werden die Mittelpfetten und die Fußpfetten von beiden Seiten gleichzeitig eingehoben.

Dieser eindrucksvolle Prozess erfordert nicht nur präzise Koordination, sondern spiegelt auch die traditionsreiche Handwerkskunst der Zimmererleute wider. Der Brauch fördert den Gleichtakt und die Teamarbeit der Zimmerer, was im Holzbau bis heute von entscheidender Bedeutung ist.

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Der Zimmererklatsch und das Besteigen des Dachstuhls

Nach dem erfolgreichen Zusammenbau folgen der Zimmererklatsch und das eindrucksvolle Besteigen des Dachstuhls. Auf Kommando steigen vier Männer gleichzeitig von jeder Ecke auf, damit die Konstruktion nicht kippt. Gefolgt von ihren Klatschpartnern, die ebenfalls zeitgleich aufsteigen. Danach erklimmen die mittleren Klatschpaare den Dachstuhl und zuletzt die Klatschpaare am First. Sobald angefangen wird zu Singen, dreht der Kommandeur den Dachstuhl.

 

Die Tradition des Zimmererklatsches

Der Zimmererklatsch hat eine lange Tradition im Zimmererhandwerk. Ursprünglich diente er dazu, dass die Zimmerer im gemeinsamen Rhythmus sägen konnten. Auch heute wird der Klatsch bei geselligen und feierlichen Anlässen, wie Lossprechungen, praktiziert. Entstanden durch die Walz, wurde der Zimmererklatsch überall dort geklatscht, wo Zimmerleute gesellig zusammenkamen.

Die Klatschbewegungen, im Rhythmus bekannter Lieder wie „Aufgeschaut“, bestehen aus sich wiederholenden Takten. Selbst in einer Zeit, in der der Holzbau zu einer der innovativsten Bauweisen geworden ist, wird die Tradition des Zimmererklatsches bei festlichen und offiziellen Anlässen aufrechterhalten.

 

Anlässe für den schwebenden Dachstuhl 

Die Bilder zeigen unsere Zimmerer bei unserem Erlebnistag, anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums. Der schwebende Dachstuhl wird besonders bei festlichen Anlässen wie Veranstaltungen der Innung, Messen oder auch bei betrieblichen Events deutlich, wo der Aufbau des schwebenden Dachstuhls in althergebrachter Zimmermannstradition mit begeistertem Applaus begleitet wird.

Diese beeindruckende Vorführung vereint handwerkliches Können mit traditionellem Handwerksgeist und zeigt das Können der Zimmerer!

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Zimmerertreffpunkt und wurde in der Ausgabe 02/24 veröffentlicht.

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